Bericht der internationale Brigade der Solidarität mit CODEDI

Bericht der internationale Brigade der Solidarität mit CODEDI
Ausbildungszentrum CODEDI Finca Alemania
Santa Maria Huatuluco, Oaxaca, Mexico
15.März 2018

Am 14. und 15. März 2018 besuchte eine internationale Solitaritätsbrigade zusammen gestellt aus Menschen von der Schweiz,Portugal, Mexiko, Italien, Spanien, Kolumbien, Brasilien, Belgien, Österreich und Argentinien das Ausbildungszentrum „Finca Alemania“, ( eine aus dem 1920 Jahren stammende ex-deutsche Kaffeeplantage) Komitee zur Verteidigung der indigenen Rechte, nach der gewaltigen Aggression des 12.Februars, bei der drei Verteidiger der Gemeinschaft feige ermordet wurden.

Als Beteiligte der Brigade hatten wir die Möglichkeit das Autonome Projekt, dass das Ausbildungszentrum aufgebaut hat kennen zu lernen. Wir haben den Aussagen der Überlebenden und die Analyse des aktuellen Kontextes der Mitglieder der verschiedenen  Komitees der Organisation zugehört.

CODEDI ist eine Organisation die für die Verteidigung des Territoriums und zum Aufbau von Autonomie kämpft.
Der Ursprung der Organisation war ein kleines Teatherkolletkiv, dass als Ziel hatte die soziale Organisation der Gemeinschaft und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Die Organisation von CODEDI hat in ihrem langen Weg zur Verteidigung der Rechte der indigenen Völker verschiedene Phasen durchlaufen. In der ersten Phase zwischen 1997 und 1998 entstand aufgrund der Probleme mit der offiziellen Partei die erste freie Gemeinde in Santiago Xanica, ausgerufen durch ein oaxacanisches Gesetz „Uso y Costumbe“, das den indigenen Völkern erlaubt, ihre eigenen Behörden ohne das Eingreifen politischer Parteien zu wählen.Im Jahr 2005 wurde die Organisation kriminalisiert und gewaltsam unterdrückt. Es wurden Abraham Ramirez Vazquez, Juventino und Noel Garcia Cruz inhaftiert und es kam zu einer Polizeiinvasion in der Stadt, die einen Toten und mehrere Verletzte hinterließ. Nach der Befreiung der Häftlinge nach 6 Jahren und drei Monaten wurde der organisatorische Prozess verstärkt, was 2013 zur Rückgewinnung des Anwesens Finca Alemnia  von mehr als 300 Hektar Land für die Schaffung eines Ausbildungszentrums ​​führte. Während dieser dritten Phase integrierten sich fast zweitausend Familien in die CODEDI, was heute die Anwesenheit der Organisation in 48 Gemeinden im Sierra Sur, Istmo,  Valles Centrales und Costa des Bundesstaate Oaxaca bedeutet.

Das Ausbildungszentrum ist ein Areal, in dem die Träume von einer Autonomie der Gemeinden praktische Ausdrucksformen finden,wie durch den Aufbau von 18 Produktions- und Ausbildungswerkstätten wie Zimmerei, Schneiden und Malen, Agrarökologie, Mechanik, Naturheilkunde, Tierwissenschafften,Schweißerei, Ziegelei, Bäckerei, Imkerei, Musik, Theater ecc. Derzeit gibt es vier Ebenen des autonomen Bildungssystems (Vorschule, Grundschule, Sekundarschule und weiterführende Schule), in denen Bildungsprogramme mit den Bedürfnissen der Gemeinden der Region und der Konstruktion kritischer Gedanken verknüpft sind.  Dieser ganze Prozess ist dank der kollektiven Arbeit (tequio) möglich, an der die Menschen aus den 48 Gemeinden, die in der Generalversammlung durch die lokalen Komitees vertreten sind teilnehmen.Das interne Leben der  Finca Alemania wird durch die Koordination verschiedener Komitees organisiert, wie durch das Jugendkomitee, das Ausbildungskomitee, das Generalkomitee und dem politischen Komitee. Alle diese Komitees sind  im Dialog mit der Generalversammlung, welches das Hauptentscheidungsorgan der Organisation ist.

Am 12. Februar 2018 überholte ein mit Männer besetzter grüner Chevrolet den Lastwagen, in dem fünf Mitglieder der CODEDI unterwegs waren um diesen mit Sturmgewehren zu beschissen. In diesem Anschlag wurden Alejandro Antonio Diaz Cruz 42 Jahre, Ignacio Basilio Ventura Martinez 17 Jahre und Luis Angel Matinez 18 Jahre, ermordet. Getötet durch Kugeln von einer AR15, die ausschließliche Streitkräfte zur Verfügung haben. Den Angriff überlebten Emma Martinez, Mitglied der Codedi, und Abraham Ramirez Vazquez, allgemeiner Koordinator der Organisation. Obwohl die Staatsanwaltschaft in Oaxaca Ermittlungen eingeleitet hat, gab es noch keine Ergebnisse obwohl mehr  als fünf Wochen nach dem Anschlag vergangen sind. Die Regierung von Alejandro Murat hat sich noch nicht zur  Aggression geäußert, weshalb die CODEDI zusammen mit vielen anderen Organisationen die Regierung des Staates für Komplizenschaft und Unterlassung verantwortlich machen. An dem Tag des Anschlages hatten Mitglieder der CODEDI ein Treffen mit Vertretern der Regierung des Bundesstaates, um über den Konflikt nach der Wahl in Santiago Xanica zu diskutieren. Nachdem sie dieses Treffen verlassen hatten, wurden sie auf dem Rückweg in ihre Gemeinde in einen Hinterhalt gelockt.

CODEDI wurde seit seiner Gründung von verschiedenen Machtgruppen bedroht. Auch ohne das die Organisation direkt an den Wahlen teilnahm hat sie immer wieder die Betrügerrein und das nicht respektieren des oaxanisches Gesetz “Uso y Costumbre” aufgezeigt. Nach den Wahlen in Santiago Xanica, waren lokale Fraktionen daran interessiert der Landesregierung nahe stehende Behörden zu positionieren. Diese drohten auch verschiedene CODEDI Mitgleider mit Mord.

Auf der anderen Seite hat die Realisierung des Touristenkomplexes, Bahia de Huatulco, die Enteignung von tausernder Hektar Strand und Dschungel mit sich gebracht. Auch wurden verschiedene Wasserquellen zur Gunsten der grossen Hotels den Gemeinden enteignet. CODEDI widmete sich unter anderem dem Kampf und der Organisation der  Einwohnern von San Miquel del Puerto zu stärken, in deren Kampf um die Rückgewinnung von 22 Hektar Land, dass 1984 enteignet wurde.  Während der organisierten Wiederstand in Huatulco und in der Hauptstadt von Oaxaca die Gerechtigkeit für diese enteigneten Länder fordert, hatten die Hoteliers in der Region eine “Schmierkampagne” gegen Abrahm Ramirez Vazquez und anderen Mitglieder von Codedi organisiert. Unter anderem brachten sie  Banner auf Fussgaenngerbrücken an.

Zur gleichen Zeit widersetzte sich CODEDI der Privatisierung des Quellwassers, die die Schwimmbäder im Touristengebiet versorgen und schlug Alternativen vor, die auf die Wasserbedürfnisse in den Wohnvierteln von  Santa María Huatulco eingehen.

Eine weitere letente Bedrohung für die Verteidigung des Territoriums ist die Entwaldung die in den letzten Jahren begonnen hat. Diese  Entwaldung wird von Gruppen die in Verbindung mit dem organisierten Verbrechen stehen durchgeführt. Zeugen der Organisation bestätigen auch das diese Abhölzer in Verbindung mit allen verschiedenen Regierungsebenen stehen. Der Export dieses Holzes, das in der Gegend als “Granadillo” bekannt ist bekannt führt nach Japan und China und verwüstet die Wälder der Sierra Sur. Dieses  feine Holz wird für luxuriöse Autoveredelungen verwendet.Angesichts des öfteren eindringens bewaffneter Abhölzer beschloss CODEDI die Wälder und den Dschungel in den Gebieten der Organisation zu verteidigen und zu pflegen. Aber auch auf diese Weise ist die Sicherheit der Mitglieder des CODEDI und der Bewohner der Region, die sich der Zerstörung der Wälder widersetzen, sehr gefährdet.

Zusammen mit der Tatsache, dass 7,8% des Staatsgebietes an Bergbauunternehmen lizenziert sind, gibt es im CODEDI-Einflussbereich mindestens 9 Bergbaukonzessionen und 5 Wasserkraftprojekte. Wenn wir die historische Abhängigkeit zwischen den Bergbauunternehmen, den verschiedenen Regierungsebenen und den paramilitärischen Gruppen betrachten, ist es offensichtlich, dass diese extraktiven Projekte ständige und gewalttätige Bedrohungen für die Gemeindeorganisation mit sich bringen. In diesem Kontext befindet sich CODEDI in einer Situation der ständigen Mobilisierung, Sit ins, der Verbreitung von Informationen und des Aufbaus von Bündnissen, wie dem Consejo de Organizaciones Oaxaqueñas Autónomas (COOA), um den ermordeten Genossen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen Ein Kampf gegen den Staatsterrorismus wie sie es definieren.Während der Aufbau und die Stärkung des Autonomieprozesses im Ausbildungszentrum der Finca Alemania fortgesetzt wird, verbreitet CODEDI kulturelle Vorschläge wie das zweite nationale Treffen des Volks- und Gemeinschaftstheaters mit mehr als 48 künstlerischen Interventionen in verschiedenen Teilen Mexikos und der Welt.

Als eine internationale Solidaritätsbrigade für CODEDI drücken wir unsere tiefste Sorge über die bestehende Bedrohungen aus. Drohungen, die die Integrität und Sicherheit der Verteidiger der Gemeinde bedrohen, das Autonomieprojekt des Trainingszentrums der Finca Alemania und das Territorium der indigenen Völker Sierra Sur, Costa, Istmo und Valles Centrales von Oaxaca

Zu diesem Zweck haben wir den Aufbau einer dauerhaften Solidaritätskampagne #CODEDIvive eingeleitet, um Folgendes zu fordern:

1: Gerechtigkeit für die am 12. Februar ermordeten Mitglieder der CODEDI. Die im Rahmen eines Massakers gegen das mexikanische Volk stehen, das in den letzten 12 Jahren mehr als 200.000 gewaltsame Todesfälle erlitten hat
2: Respekt für die Autonomie der indigenen Völker, einschließlich der Streichung aller extraktiven Projekte, die das Leben und deren Territorien bedrohen.

Wir laden Sie ein,sich mit uns zu koordinieren, um Veranstaltungen, Ausstellungen, Mobilisierungen, Videos und andere Aktionen zu organisieren, die diese Bedürfnisse sichtbar machen können. Jeder mit seinen eigenen Mittelen und Wegen, um zu unterstreichen, dass Solidarität bei den Menschen in den Herzen beginnt

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